c't 4/2022
S. 142
Praxis
Musikproduktion in Dolby Atmos

Musik mit Atmosphäre

3D-Songs in Dolby Atmos mit Logic Pro X mischen

Apples Musiksoftware Logic Pro X erlaubt es in der Version 10.7 erstmals, Musikstücke in Dolby Atmos zur Not auch ohne aufwendige Lautsprecher-Setups zu mischen. Ein Kopfhörer genügt. Unser Tutorial erklärt Hörern die Besonderheiten des Formats und Musikern, wie sie für kleines Geld einen Song in Atmos umsetzen und veröffentlichen.

Von Hartmut Gieselmann

Die großen Musikstreamingdienste Apple, Amazon und Tidal bieten heute auch Songs im 3D-Format Dolby Atmos an [1], bei dem die Klangquellen um den Hörer herum sowie über seinem Kopf platziert sind. Das funktioniert nicht nur mit teuren Surround-Setups samt zusätzlichen Deckenlautsprechern, sondern auch mit gewöhnlichen Kopfhörern sowie manchen Soundbars und Smart-Speakern. Die Musikstücke müssen dazu allerdings komplett neu abgemischt werden. Bislang war dies nur in hochpreisigen Digital Audio Workstations (DAW) wie Steinberg Nuendo oder Avid Pro Tools möglich. Produzenten mussten ihr Studio zudem mit rund einem Dutzend Abhörmonitoren ausrüsten, was die Kosten leicht in fünfstellige Euro-Regionen trieb.

Apples Musik-Software Logic Pro X 10.7 erlaubt erstmals auch Heimanwendern, Musikstücke auf dem Mac in Dolby Atmos zu mischen. In der nur 200 Euro teuren Software finden Sie bereits alle nötigen Werkzeuge – inklusive eines binauralen Renderers für Kopfhörer, der räumliche Lautsprecher-Setups simuliert. Die fertigen Atmos-Mischungen im Format ADM BWF (Audio Definition Model Broadcast Wave Format) lassen sich anschließend auch ohne Major Label auf den Streamingplattformen von Apple, Amazon und Tidal vertreiben.

Kommentieren